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Rei: Höflichkeit

Eine der wesentlichen Bestandteile japanischer Kriegs und Kampfkünste sind die Höflichkeit und der Respekt. Diese Bestandteile sollen verbinden um die praktische Anwendung der Kriegskünste möglichst zu vermeiden. Das Verbindende (Musubi) hat daher einen wesentlich höheren Wert als das Trennende. Das Ziel einer Ausbildung in den Kampfkünsten ist ein soziales Wesen und kein Schläger.

Verhalten im Dojo:

Ein Anfänger muss eine Barriere überwinden um überhaupt in ein Dojo zu gehen. Wenn er diese überwindet befindet er sich in einer fremden Umgebung sowie unter fremden Menschen. Da ein Anfänger die Zukunft des Dojos bedeutet hat man ihn zu begrüßen und sich ihm auch vorzustellen.

Ein Anfänger darf nicht blockiert werden sonder wird von Uke in die Technik eingeführt.

Kotai: Selbst wenn das Training im Kotai ausgeführt wird ist zwischen konstruktiven Widerstand und Totalblockade zu unterscheiden. Kotai bedeutet Widerstände überwinden zu lernen und nicht frustriert in einer Totalblockade zu verharren. Besonders bei Frauen ist übermäßiger Druck zu vermeiden. Konstruktiver Widerstand bedeutet nicht deren Handgelenke zu zerquetschen. Als Frau habe ich einen Mann darauf hinzuweisen wenn er diese Grenze überschreitet.

Jutai: Wenn das Training im Jutai ausgeführt wird habe ich einen Anfänger nicht zu überrennen. Ein Anfänger ist nicht für eine Selbstdarstellung zu missbrauchen. Selbstdarstellung hat auf der Matte nichts verloren.

Gefühle sind angemessen zu kontrollieren. Wir stehen nicht auf der Matte um anderen und insbesondere Anfängern unsere Launen aufs Auge zu drücken. Wir versuchen ja Freunde zu gewinnen und nicht als Material für unser Ego zu sehen. Ich muss lernen andere vor mir zu schützen sowie natürlich auch ich mich vor den Launen anderer schützen muss.

Es wird kein religiöser Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht (Berührung).

Nach dem Training sollte mit einem Anfänger kommuniziert werden anstatt ihn im Regen stehen zu lassen.

 

 

Wer diese Regeln nicht einzuhalten lernt ist in meinem Dojo auf Dauer nicht erwünscht.

Etikette:

Um Schmutz im Dojo zu vermeiden sind Hausschuhe mitzubringen. Diese können im Dojo dauerhaft eingestellt werden. Beim Betreten und Verlassen der Matte hat eine Verbeugung in Richtung der Ehrenwand (Kamiza-Sitz der Götter) stattzufinden. Es sitzen natürlich keine Götter dort, aber diese Verbeugung bezeugt den allgemeinen Respekt vor dem Leben. Beim Sitzen im Seiza sollte bei Beginn und Abschluss des Trainings die Reihenfolge der Graduierung eingehalten werden, also ansteigend von links nach rechts, ganz rechts befindet sich der Ehrenplatz für spezielle Angelegenheiten.