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Die Ausbildung im Ishidori Dojo umfasst waffenlose wie Waffentechniken sowie das Entwaffnen. In der waffenlosen Sparte müssen Angriffe wie Fauststöße, Schläge, Würgen und Festhaltegriffe neutralisiert werden. Die Techniken enden in Würfen oder Fixierungen. Einzigartig im Aikido ist die Entwicklung des Ukes. Der Uke ist nicht nur der Angreifer, er lernt auch den bestmöglichen Weg zu gehen, um Schmerzen zu vermeiden. Dazu gehören rechtzeitiges Nachgeben, Fallschule etc. Die Waffen dienen optional zum besseren Verständnis der Techniken. Sie helfen die Körperhaltung zu optimieren und dienen ganz allgemein der Selbstverteidigung. Wer mit einem Stock umgehen kann, darf nicht unterschätzt werden.

Nach 330 Trainingseinheiten sollte die Ausbildung abgeschlossen sein und der Versuch einer Danprüfung kann in Angriff genommen werden. Davor werden 6 Schülergrade durchlaufen. Mit dem 1. Dan (Schwarzgurt) sollte der Kandidat fähig sein, sich eines Angriffes eines nicht trainierten Angreifers zu erwehren. Die Ausbildung ist zwar abgeschlossen, das Trainieren der Fähigkeit zur Anwendung beginnt aber genau hier. Es gibt keine neuen Techniken mehr, es gibt nur mehr das Üben.

An diesem Punkt entsteht die Gefahr eines aufgeblähten Egos. Man weiß alles, man kann alles. Wenn man diesen Punkt übersieht wird man für das Dojo eine Belastung anstelle einer Bereicherung. Der Lehrer wird dann Konsequenzen ziehen. Der andere Weg ist das Erlernte weiterzugeben. Anfänger einzuweisen, ihnen die Angst vor der Hemmschwelle zu nehmen, sie zu betreuen. Vor allem sollte die Fähigkeit des Schülers, zu sehen was der Lehrer vorzeigt, ausgebildet werden. Hier kann der Fortgeschrittene entscheidend unterstützen, hier kann er aber auch einen Unterricht stören. Die Ausbildung umfasst daher nicht nur die Meisterung der Techniken, sondern auch die Meisterung des Egos. Das Wort Do beinhaltet die Meisterung des Egos als Teil der Ausbildung des Charakters zu Gunsten sozialer Fähigkeiten. Zum Schutze meiner Persönlichkeit und „Liebesfähigkeit“ bildet sich zunächst ein Ego mit Selbstverteidigungscharakter. Ist dieses Ego ausgebildet, gilt es dieses zu „zähmen“, um die sozialen Fähigkeiten nicht zu begraben. In einer Zeit in der Skrupellosigkeit und Machtgier von Medien und Wirtschaft wie Politik gefördert und beworben wird, ist dies kein leichtes Unterfangen. Aikido als Kampfkunst und Do stehen im Widerspruch zu Verblödung und Wehrlosigkeit. Wenn ich Aikido im Ishidori Dojo ausüben will, entscheide ich mich, nicht wehrlos, unintelligent und unsozial sein zu wollen. Daran mit Freude zu arbeiten wäre die geeignete Motivation.

Prüfungen